Anmerkung: Der folgende Artikel ist die Fortführung unsere dreiteiligen Gehaltshistorie bei Dark Horse. Teil 1 findet ihr hier und Teil 2 findet ihr dort.
Was haben Gehaltsmodelle eigentlich mit der Klimakrise und all den anderen Herausforderungen unserer Zeit zu tun? Und falls ja, wie viel?
Wir glauben: ziemlich viel sogar. Bei Dark Horse haben wir uns seit einiger Zeit dem Ziel verschrieben, uns für eine enkelkindergerechte Welt einzusetzen. Mit Enkelkindergerechtigkeit meinen wir sowohl eine Welt, die die natürlichen Grenzen unserer Ökosystem kennt und wahrt, als auch eine Welt, die gerechter und fairer versucht, den Wohlstand für alle zu mehren. Klimagerechtigkeit also, #ClimateJustice, ihr wisst schon…
Wir glauben auch, dass enkelkindergerechte Geschäftsmodelle zwei neue (normative) Gestaltungsprinzipien bekommen, abgeleitet vom Doughnut-Economy-Modell: „regenerativ by design“ und „distributiv by design“.
Regenerativ by design: Dieses Gestaltungsprinzip bedeutet für uns, dass Produkte, Services, Geschäftsmodelle innerhalb der ökologischen Grenzen funktionieren müssen.
Und mehr noch: Da wir schon in vielen Bereichen (weit) über die Grenzen unseres Planeten hinaus schießen, benötigen wir Geschäftsmodelle, die uns zurück in den Rahmen des ökologisch Sinnvollen bringen. Das heißt für uns regenerativ sein.
Aus diesem Grund reichen klimaneutrale Produkte, wie sie gerade links und rechts auf den Markt geworfen werden, nicht aus. Wir brauchen klimapositive Produkte und Unternehmen! Und wir wollen helfen, diese zu gestalten.
Distributiv by design: Der „Gerechtigkeits-Teil“ von Enkelkindergerechtigkeit bedeutet auch zu hinterfragen, wie wir den geschaffenen Wohlstand von Geschäftsmodellen verteilen? Der alte Shareholder-Ansatz ist ja öffentlichkeitswirksam tot. Wie aber verteilen wir Gewinne dann?
Distributiv by design bedeutet hier, dass vom geschaffenen Wohlstand viele und nicht nur wenige profitieren. Im Doughnut-Modell sind das die sozialen Grenzen, die nicht unterschritten werden dürfen (z.B. Armut, etc.). Man könnte also auch provokant sagen: Mehr Kollektive braucht das Land.
Zum Beispiel im Energiebereich, wie diese sehenswerte Doku „We the Power“ von Patagonia zeigt:
„We the Power“ Official Trailer
Wie also passen Diskussionen ums Gehalt zu diesen Prinzipien? Das Gehaltsmodell ist für uns der heilige Gral der New-Work-Organisation und beantwortet im Kern, wie wir Gewinne und Mehrwerte in unserer Organisation verteilen möchten. So einfach, so schwierig ist das. Episch!
Genau dieser Herausforderung wollen wir uns stellen, wenn wir über die Zukunft unseres Gehaltsmodells nachdenken: Wie sieht eine Organisation aus, die distributiv by design ist? Wem gehört die Organisation, wer profitiert von ihr? Wir werden also in Zukunft (auch) über unser Eigentumsmodell diskutieren, wenn wir miteinander über Gehalt sprechen.
Trotz aller vergangener Iterationen ist für uns klar, dass für unsere persönliche Enkelkindergerechtigkeit bestimmte Werte bestehen bleiben. Das ist übrigens eine nicht ganz neue, aber wichtige Erkenntnis aus dem Pace Layering (wie Organisationen agil sein können): „Wer agil am Rande der Organisation sein will, braucht Stabilität im Kern der Organisation.”
Das passt also auch zum Gehaltsmodell. Deshalb ist hier der Kern unserer Gehaltsiterationen, der auch nach 13 Jahren agiler Gehaltsverhandlungen geblieben ist:
Dan Pink über die überraschende Wissenschaft der Motivation (2009). Quelle: TED.
Das war der dritte und letzte Teil unserer Gehalts-Historie. Es ist ein ongoing process, weshalb wir in Zukunft immer wieder Zwischenstände posten werden.
Ihr möchtet euch zu diesem spannenden Thema mit uns austauschen, dann meldet euch gerne per Mail an hello@thedarkhorse.de.
Oder aber ihr meldet euch bei den wahren Experten fürs New-Pay-Thema, dem New Pay Collective: www.new-pay.org.