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Entscheidungspoker

Aktualisiert am

Acht Entscheidungsformen als Kartenset — von „einer entscheidet“ bis Konsens. Zum Auslegen, wenn im Team unklar ist, wie gerade entschieden werden soll.

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Vorschau: Entscheidungspoker

Wofür ist das?

In flachen Hierarchien fällt die alte Antwort weg: Die Chefin entscheidet. Was an ihre Stelle tritt, bleibt meist unausgesprochen — und genau daran scheitern Meetings. Nicht am Thema, sondern daran, dass die Runde nie geklärt hat, ob sie berät, abstimmt oder jemanden mandatiert.

Das Kartenset macht die Wahl explizit. Jede Karte beschreibt eine Entscheidungsform in einem Satz und verortet sie auf zwei Achsen: wie viel Beteiligung sie verlangt und wie viel Zustimmung sie am Ende braucht. Beides kostet Zeit — und beides ist manchmal jeden Preis wert und manchmal keinen.

Die Leitfrage aus dem Artikel: Ist die Entscheidung reversibel? Dann schnell entscheiden und später korrigieren. Ist sie es nicht — hohe Kosten, schwer rückholbar —, lohnt der aufwendigere Weg.

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Schritt für Schritt

  1. Reversibel oder nicht? Lässt sich die Entscheidung später ohne großen Schaden zurücknehmen? Diese Frage entscheidet, wie viel Aufwand angemessen ist.
  2. Karten auslegen. Acht Formen: Anordnung, konsultativer Einzelentscheid, Disagree & Commit, Mehrheitsentscheid, Mandatierung, systemisches Konsensieren, Konsens, Konsent.
  3. Auf den zwei Achsen einordnen. Wie viel Beteiligung braucht es fachlich, wie viel Zustimmung braucht es, damit die Entscheidung danach auch getragen wird?
  4. Eine Form wählen — vor der Diskussion. Wer erst hinterher klärt, wie entschieden wird, verhandelt das Verfahren mit dem Ergebnis mit.
  5. Ansagen, was gilt. „Wir machen das als Konsent: Ich schlage vor, und wer einen schwerwiegenden Einwand hat, sagt ihn jetzt.“

Worauf du achten solltest

Immer Konsens wollen. Konsens ist die teuerste Form und für reversible Entscheidungen fast nie nötig. Konsent — niemand hat einen schwerwiegenden Einwand — kommt meist zum selben Ergebnis in einem Bruchteil der Zeit.

Beteiligung mit Zustimmung verwechseln. Ein konsultativer Einzelentscheid beteiligt viele und braucht am Ende trotzdem nur eine Unterschrift. Das ist kein Etikettenschwindel, wenn es vorher gesagt wurde.

Die Form nachträglich wechseln. Wer zum Mehrheitsentscheid übergeht, weil der Konsens nicht zustande kommt, verliert beides — das Ergebnis und das Vertrauen ins Verfahren.

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