Tool des Monats · November 2025
Merkmalsgraph
Fünf Achsen, ein Blick: Ist diese Situation nur kompliziert — oder schon komplex? Die Antwort ändert, welche Methoden ihr nehmt und wie ihr entscheidet.
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Wofür ist das?
Kompliziert heißt: schwierig, aber mit genug Expertise vorhersagbar. Komplex heißt: Ursache und Wirkung sind erst im Nachhinein erkennbar. Wer beides verwechselt, wählt die falschen Werkzeuge — Planung für etwas, das man nur ausprobieren kann, oder Experimente für etwas, das man ausrechnen könnte.
Der Merkmalsgraph ist eine niedrigschwellige Methode, um eine Situation schnell einzuordnen. Er ist kein Messinstrument, sondern ein Gesprächsanlass: Die Diskussion darüber, warum jemand eine Achse anders einschätzt, ist meist wertvoller als der Graph am Ende.
Und die Einordnung hat Folgen für den Alltag: Wie treffe ich Entscheidungen? Welche Methoden nutze ich? Wie arbeite ich im Team?
Schritt für Schritt
- Umfang. Wie viele Elemente sind beteiligt?
- Vernetztheit. Wie stark hängen diese Elemente voneinander ab?
- Dynamik. Wie schnell verändert sich die Lage, während ihr daran arbeitet?
- Sozialer Kontext. Wie viele Menschen mit eigenen Interessen wirken mit?
- Intransparenz. Wie viel könnt ihr nicht sehen?
- Jede Achse zwischen 0 % und 100 % eintragen. Erst einzeln schätzen, dann gemeinsam vergleichen. Je weiter rechts das Profil liegt, desto komplexer die Situation.
Worauf du achten solltest
Ihn allein ausfüllen. Der Wert liegt in der Abweichung zwischen den Einschätzungen im Team.
Prozente ernst nehmen. Es sind Schätzungen, keine Messwerte. Ein Profil, über das gestritten wurde, ist mehr wert als ein exaktes.
Die Einordnung folgenlos lassen. Wenn sich danach an Methoden und Entscheidungswegen nichts ändert, war es eine Malübung.
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